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Eine Einrichtung der AWO Ruhr-Mitte
www.awo-ruhr-mitte.de
Werkhaus von A–Z
- Abstinenz
- Alltagspraktische Fähigkeiten
- Anzahl der Plätze
- Arbeitspädagogik
- Arbeitsziele
- Aufnahmevoraussetzung
- Auszeiten
- Besuch
- Betreutes Wohnen
- Betreuungsansatz
- Betreuungsphasen
- Chance
- Dauer der Betreuung
- Dokumentation
- Einzelgespräche
- Entspannung
- Erlebnispädagogik
- Familie
- Freizeit
- Grundsätze unserer Einrichtung
- Gruppe
- Gruppengespräche
- Heimfahrten
- Individualität
- Jungengruppe
- Kooperation
- Kreativität
- Leistungsträger
- Mädchengruppe
- Migrationsspezifische Angebote
- Miteinander
- Nachtwache
- Organisatorische Hilfen
- Qualität
- Rauchen
- Rechtsgrundlagen
- Schule
- Sport
- Tiergestützte Pädagogik
- Träger der Einrichtung
- Traumapädagogik/-therapie
- Verbundsystem
- Werte
- Wertschätzung
- Zielgruppe
A
- Abstinenz an den Anfang
Abstinenz ist das Ziel der Maßnahme. „clean” und „trocken” ankommen ist der Anfang.
- Alltagspraktische Fähigkeiten an den Anfang
Das Erlernen alltagspraktischer Fähigkeiten ist wesentlicher Bestandteil der Tagesstruktur. Unter Anleitung putzen und gestalten Jugendliche ihren eigenen Wohnraum, lernen gemeinsame Mahlzeiten zuzubereiten, ihre Kleidung zu reinigen und zu pflegen und vieles mehr.
- Anzahl der Plätze an den Anfang
14 Jugendliche können in zwei getrennten Wohngruppen in Einzelzimmern mit eigener Nasszelle wohnen.
- Arbeitspädagogik an den Anfang
Unsere Werkstatt bietet Möglichkeiten, mit Materialien wie Holz und Metall zu arbeiten; aber auch unterschiedliche künstlerische Materialien, um kreativ tätig zu werden. Den Jugendlichen werden unter Anleitung fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Sie dürfen experimentieren und alleine oder in der Gruppe ihre Werkideen umsetzen. Somit können Jugendliche ihre Stärken entdecken und berufliche Orientierung finden.
- Arbeitsziele an den Anfang
Das Hilfeangebot richtet sich an Jugendliche zur Überwindung von besonderen sozialen Schwierigkeiten, insbesondere
- der Verhinderung eines Abgleitens in eine Suchtmittelabhängigkeit,
- einer erkennbaren Gefährdung der gesunden Entwicklung entgegenzuwirken,
- gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen zu reduzieren,
- gesundheitsfördernde Verhaltensweisen anzuregen und zu stärken,
- einer Verschlimmerung des Suchtmittelkonsums entgegenzuwirken.
Im Einzelnen heißt dies:
- Erarbeitung eines positiven Selbstbildes und -erlebens
- Stabilisierung des abstinenten Verhaltens/Handelns
- Aufbau tragfähiger Beziehungen
- Erlernen kommunikativer Kompetenz
- Entwicklung eigener Normen und Werte (Gewissensbildung)
- Erlernen sozialen Handelns
- Erlernen eines konstruktiven Umgangs mit Stress
- Motivation zu schulischer und beruflicher Qualifizierung
- Entwicklung positiver Erwartungen und Zukunftsvorstellungen
- Entwicklung von Hobbys und Interessen
- Aktivierung zu Bewegung und Sport
- Erlernen eines gesunden Umgangs mit dem eigenen Körper
- Erlernen finanzieller Kompetenzen
Zu weiteren Behandlungszielen gehören:
- Stärkung der erzieherischen Kompetenz der Eltern und anderer Bezugspersonen
- Veränderung zentraler Verhaltensweisen und Einstellungen des Jugendlichen unter Einbeziehung der Eltern
- Bearbeitung emotionaler, oft unbewusster Prozesse und Konflikte
- Verbesserung des familiären Interaktions-Beziehungsgefüges
- Abbau von Verhaltensstörungen und Problemen
- Prävention
- Aufnahmevoraussetzung an den Anfang
ist der Wunsch des Jugendlichen und der/des Erziehungsberechtigten, den problematischen Suchtmittelkonsum zu beenden. In Einzelfällen wird in Absprache eine Entgiftung vorgeschaltet.
- Auszeiten an den Anfang
Zur Deeskalation in Krisen halten wir verschiedene erlebnispädagogische Angebote bereit, um dem Jugendlichen eine Auszeit zu gewähren.
B
- Besuch an den Anfang
In Absprache mit dem Betreuungsteam ist Besuch möglich und wird als wichtiger Bestandteil des Entwicklungsprozesses gesehen.
- Betreutes Wohnen an den Anfang
Im Anschluss an unsere Maßnahme besteht die Möglichkeit der Weiterbetreuung durch das ambulant betreute Wohnen in der Familie oder in der eigenen Wohnung in Kooperation mit der Sucht- und/oder Jugendhilfe.
- Betreuungsansatz an den Anfang
Wir arbeiten nach dem transtheoretischen Modell für Verhaltensänderung, das von Prochaska und DiClemente entwickelt wurde und der mit diesem Modell verbundenen Methode der motivierenden Gesprächsführung von Miller und Rollnick. Zusätzlich wenden wir verhaltens-, familien-, sucht- und pädagogisch-therapeutische Methoden an.
- Betreuungsphasen an den Anfang
Die Betreuung in unserer Einrichtung ist modular aufgebaut. In der Clearingphase (in der Regel bis zu 3 Monate) liegt der Schwerpunkt im Bereich der Diagnostik und dient der Erarbeitung von Zielen sowie der Stabilisierung der Suchtmittelfreiheit. Die Trainingsphase (in der Regel bis zu 7 Monate) dient dem Erreichen der vereinbarten Ziele auf den verschiedenen Ebenen sowie der Reduzierung der Problembereiche. In der Verselbständigungsphase (in der Regel bis zu 2 Monate) hat der Jugendliche seine Ziele weitestgehend erreicht, nimmt Abschied von den Menschen, mit denen er diesen Lebensabschnitt teilte. Der Fokus liegt auf der Außenorientierung.
C
- Chance an den Anfang
Wir unterstützen Jugendliche, ein selbstbestimmtes suchtmittelfreies Leben aufzubauen.
D
- Dauer der Betreuung an den Anfang
Die Dauer des Aufenthaltes (in der Regel 12 Monate) richtet sich nach den Zielvereinbarungen des Hilfeplangesprächs und orientiert sich an den Wünschen des Jugendlichen und der Erziehungsberechtigten.
- Dokumentation an den Anfang
Pädagogische Entwicklung, besondere Vorkommnisse in Familie, Schule, Gesundheit, Verwaltungsvorgänge und Schriftverkehr werden über das Dokumentationssystem PatFak erfasst.
E
- Einzelgespräche an den Anfang
Jugendliche sind häufig ungeübt, ihre Gefühle auszudrücken und über sich und ihre Lebensgeschichte zu berichten. Im geschützten Rahmen der Einzelgespräche können die zugrunde liegenden Konflikte und Problematiken aufgedeckt und die Funktion des Suchtmittelmissbrauchs bearbeitet werden. Insbesondere traumatische Erfahrungen können in diesem Setting gut aufgefangen werden.
- Entspannung an den Anfang
Im Rahmen von angeleiteter Entspannung können Jugendliche lernen, achtsamer mit sich und ihrem Körper umzugehen. Verschiedene Entspannungstechniken werden vermittelt. Insbesondere bei traumatisierten Jugendlichen hat Entspannung eine zentrale Bedeutung.
- Erlebnispädagogik an den Anfang
Um gruppendynamische Lernprozesse anzuregen und zu vertiefen, nutzen wir die ganzheitliche und handlungsorientierte Methode der Erlebnispädagogik. Mögliche Inhalte erlebnispädagogischer Interventionen sind: Kanutouren, Sportklettern/Felsklettern, Hochseilgärten, Höhlenexpeditionen, Rad-/Mountainbike-Touren, Floßbau/Bootsbau, Windsurfen, Wakeboarden, Outdoortraining etc.
F
- Familie an den Anfang
Auf die Einbeziehung der Familie und der Angehörigen wird besonderer Wert gelegt, da eine nachhaltige Verhaltensänderung nur unter Berücksichtigung des sozialen Umfeldes zu erreichen ist. Zu diesem Zweck führen wir Familiengespräche, Schulungen, Seminare, Einzel- und Gruppengespräche durch. Durch erlebnis- und freizeitpädagogische Angebote werden wieder positive gemeinsame Erfahrungen möglich.
- Freizeit an den Anfang
Im Rahmen der Freizeit führen wir jugendspezifische Angebote durch, um Interessen zu wecken bzw. zu reaktivieren. Wir bieten ein abwechslungsreiches Programm in Kooperation mit ortsansässigen Trägern und Vereinen an.
G
- Grundsätze unserer Einrichtung an den Anfang
Wir arbeiten individuell, beziehungs- und ressourcenorientiert, psychoedukativ, geschlechtsspezifisch und interkulturell.
- Gruppe an den Anfang
Die Gruppe dient dem Einzelnen als Lernfeld (von anderen lernen, anderen helfen) sowie als Ort, in dem Solidaritätserfahrungen möglich werden. Fremdwahrnehmung und differenziertes Feedback ermöglichen eine realistischere Einschätzung der eigenen Person.
- Gruppengespräche an den Anfang
Wir bieten Gruppen zu jugend- und suchtspezifischen Themen an wie Training sozialer Kompetenzen, Motivationstraining, Sucht und Rückfallprophylaxe und anderes mehr.
H
- Heimfahrten an den Anfang
Heimfahrten finden in Absprache mit dem Betreuungsteam statt und werden ausführlich in den Einzelgesprächen vor- und nachbereitet.
I
- Individualität an den Anfang
Jeder Jugendliche wird entsprechend der persönlichen Ressourcen gefördert und gefordert.
J
- Jungengruppe an den Anfang
Die Ziele der pädagogischen Betreuung von Jungen sind die adäquate Aufarbeitung von Gewalterfahrung, das Einüben verbaler Konfliktfähigkeit, die Eingrenzung physischer Aggression, das Erlernen eines adäquaten Umgangs mit Gefühlen, das Erlernen eines respektvolleren Umgangs mit Mädchen/Frauen, Stressmanagement sowie das Erarbeiten einer positiven männlichen Identität.
K
- Kooperation an den Anfang
Wir kooperieren mit Jugendämtern, Gesundheitsämtern, Schulen und Bildungsträgern, Einrichtungen der berufl ichen Qualifizierung, Kompetenzagenturen, ARGEN und anderen Behörden. Die Jugendhilfe-Einrichtung Werkhaus arbeitet in einem Kooperationsverbund mit dem psychosozialen Netzwerk in Bochum zusammen.
- Kreativität an den Anfang
In kleinen und größeren Projekten haben Jugendliche die Möglichkeit, mit Hilfe verschiedenster Materialien ihre Kreativität wertfrei zu entdecken und auszudrücken. Erfolgserlebnisse ermöglichen Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
L
- Leistungsträger an den Anfang
Die Belegung der Einrichtung erfolgt ausschließlich über das Jugendamt.
M
- Mädchengruppe an den Anfang
Der pädagogische Prozess zielt darauf ab, dass Mädchen lernen, sich wichtig zu nehmen, Grenzen zu setzen, ihre Entfaltungs- und Entwicklungsspielräume zu vergrößern, ein eigenständiges Leben aufzubauen, gleichberechtigte Beziehungen zu Jungen aufzubauen, ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln und sich eine positive weibliche Identität zu erarbeiten.
- Migrationsspezifische Angebote an den Anfang
In der Hausordnung wird die kulturelle Vielfalt im Sinne einer Bereicherung gewürdigt. Wenn nötig, findet individuell eine Förderung sprachlicher/schriftlicher Kompetenzen statt, um die Chancen eines Einstiegs in Schule und Ausbildung zu erhöhen. Hier kann auf die AWO-internen migrationsspezifischen Ressourcen (personell, sprachlich etc.) zurückgegriffen werden. Die familiäre Eingebundenheit in Migrationsfamilien findet Berücksichtigung. Migrationsspezifische Ressourcen (Kultur, Musik, Kulinarisches etc.) werden positiv präsentiert.
- Miteinander an den Anfang
Im täglichen Zusammenleben werden Prozesse des Miteinander- und Voneinanderlernens begünstigt.
O
- Organisatorische Hilfen an den Anfang
Wir bieten Unterstützung bei administrativen Schwierigkeiten und Hilfen bei der Verselbstständigung.
Q
- Qualität an den Anfang
Die ständige Verbesserung der Qualität unserer Arbeit wird durch regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiter, interne Fortbildungen, interne und externe Supervision gewährleistet.
R
- Rauchen an den Anfang
Das Rauchen ist den Jugendlichen nur an den dafür vorgesehenen Plätzen gestattet.
- Rechtsgrundlagen an den Anfang
- § 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung i. V. mit:
- § 34 SGB VIII Heimerziehung, sonst. betreute Wohnform
- § 35a SGB VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
- § 41 SGB VIII Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung unabhängig von Konfessions-, Religions- und Nationalitätszugehörigkeit
- § 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung i. V. mit:
S
- Schule an den Anfang
In der Regel nehmen die Jugendlichen nach Abschluss der Clearingphase am Unterricht einer nah gelegenen Schule teil und erhalten seitens des Werkhauses eine zusätzliche Hausaufgabenbetreuung. Jugendliche, die weiterhin Schwierigkeiten mit dem regulären Schulalltag haben, werden intern individuell gefördert und motiviert.
- Sport an den Anfang
ist ein wichtiger Bestandteil des Betreuungsprogramms. Die körperliche Fitness eines jeden soll verbessert und Spaß an Bewegung vermittelt werden. Sport dient dem Abbau von Aggressionen und kann gezielt im Sinne von Rückfallprävention genutzt werden. Das Werkhaus verfügt über ein kleines Fitness-Studio und eine Sporthalle.
T
- Tiergestützte Pädagogik an den Anfang
Durch den Einsatz von Tieren wird die Entwicklung der Jugendlichen in sozialer, emotionaler, psychischer und physischer Hinsicht unterstützt und gefördert.
- Träger der Einrichtung an den Anfang
Träger ist die Arbeiterwohlfahrt, Unterbezirk Ruhr-Mitte, die mit ihren vielfältigen Angeboten wie Kindertageseinrichtungen, Migrationsberatung, Projekten, Freizeiteinrichtungen, Förder- und Bildungsmaßnahmen die Betreuung in der Einrichtung zusätzlich bereichert.
- Traumapädagogik/-therapie an den Anfang
Hier geht es um das Erkennen und den Umgang mit Symptomen, Reaktionen, Verhaltensweisen, Übertragungen, Gefühlen der Schuld und Scham aufgrund traumatischer Erfahrungen. Die Stabilisierung des Jugendlichen ist zentral und wird durch gezielte Übungen im Einzel- oder Gruppenkontext trainiert.
V
- Verbundsystem an den Anfang
Unsere Einrichtung ist eng vernetzt mit weiteren Trägern und Diensten in Bochum und Umgebung. Dadurch ist eine optimale Betreuung und Begleitung der Jugendlichen gewährleistet.
W
- Werte an den Anfang
Durch den geschützten Rahmen und die besondere Atmosphäre vermitteln wir Werte und Normen des Zusammenlebens, an denen sich Jugendliche orientieren.
- Wertschätzung an den Anfang
Unsere Grundhaltung ist geprägt durch die Wertschätzung und Achtung gegenüber den Jugendlichen. In unserer entwicklungsfördernden und enttraumatisierenden Atmosphäre des Miteinanderlebens darf sich jeder Jugendliche entsprechend der eigenen Vorstellungen entwickeln.
Z
- Zielgruppe an den Anfang
Angesprochen werden Jugendliche beiderlei Geschlechts von 14 bis 21 Jahren. Der Aufenthalt in der soziotherapeutischen Einrichtung ist indiziert, wenn
- ein Jugendlicher mit missbräuchlichem anhaltenden Konsum auffällig geworden ist,
- Schulverweigerung aufgrund von Suchtmittelkonsum erkennbar ist,
- die Alltagsbewältigung durch den Konsum eingeschränkt ist,
- die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist,
- die Erziehungsberechtigten keinen Zugang finden bzw. überfordert sind, da es keine Patentrezepte für konsumierende Jugendliche gibt und
- die bisherigen ambulanten oder stationären Hilfen nicht ausreichen.
tenolo – Werbeagentur für Kommunikations- und Webdesign, Bochum

